Reger Radverkehr an einem sonnigen Morgen in Wien.

BIKEline – Gemeinsam mit dem Rad zur Schule

Ein Projekt zum gemeinsamen Radeln in die Schule. Gastblog von Initiator Jakob Altzinger.

Zu Beginn des letzten Schuljahres parkten hauptsächlich Roller in den Rad-Abstellanlagen des ERG Donaustadt. An sonnigen Tagen konnte man vereinzelt auch Fahrräder erblicken. Zum Ende des Schuljahres hat sich das Bild gewandelt. Roller bekamen eigene Abstellanlagen, denn jene für die Fahrräder waren voll ausgelastet – mit Fahrrädern. Ausgelöst wurde der Radel-Boom durch die Teilnahme am BIKEline-Wettbewerb.

Foto: Uwe Mauch/www.kurier.at/lebensnah

Foto: Uwe Mauch/www.kurier.at/lebensnah

Von 5. Mai bis 13. Juni 2014 radelten Kinder und Teile der Lehrerschaft gemeinsam am Morgen ins Evangelische Realgymnasium Donaustadt. Während dieser sechs Wochen wurden attraktive Preise wie Radcomputer, Trinkflaschen, Satteltaschen erradelt. Die AHS in der Maculangasse hat als erste Wiener Schule an der BIKEline teilgenommen. Nach dem Ende des Aktionszeitraumes kamen die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiterhin mit dem Rad zur Schule.

Die BIKEline ist eine Initiative, um das morgendliche Verkehrschaos von Elterntaxis vor den Schulen einzudämmen und um gleichzeitig die Schülerinnen und Schüler zu mehr Bewegung zu animieren. Inzwischen sind es über 2.900 registrierte BIKEliner an über 40 Schulen in ganz Österreich, die auf diese Weise aktiv ihre Gesundheit und den Klimaschutz fördern. Ermöglicht wird die BIKEline durch den gezielten Einsatz von Hightech, denn mit Hilfe von elektronischen Helmstickern und einem in der Schule installierten Terminal werden die Fahrten vollautomatisch aufgezeichnet. Beim täglichen „Check-In“ in der Schule erhalten die BIKEliner auch einen Überblick über ihre Kilometerleistung.

Der Bewerb kam vor allem bei Kindern der 5. und 6. Schulstufe sehr gut an. Einige können es gar nicht mehr erwarten, dass es endlich wieder los geht. Bis zum 4. Mai müssen sich die Schülerinnen und Schüler noch gedulden. Ab dann läuft der Bewerb wieder für sechs Wochen.

Erfreulich ist auch, dass durch den Bewerb die eine oder andere Lehrkraft die Vorteile des Schulradelns für sich entdeckt hat. Mit gezielten Investitionen in die Infrastruktur (attraktive Abstellanlagen, Ersatzmaterial, Fahrradpumpe etc.) soll der Radverkehrsanteil des ERG Donaustadt sukzessive erhöht werden. Das Schulradeln ist ein wesentlicher Baustein eines umfangreichen Gesundheitskonzeptes, das derzeit von Pädagogen der noch jungen Schule aus der Donaustadt entwickelt wird.

Als Spielverderber hat sich für zahlreiche Kinder unter zwölf Jahren die fehlende Radfahrprüfung herausgestellt. Sie wollten, durften aber nicht am Wettbewerb teilnehmen. Hier sind die Volksschulen gefordert, in der 4. Schulstufe die freiwillige Radfahrprüfung anzubieten.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Verkehrssituation im Schulumfeld. Trotz der örtlichen Nähe zur Schule ist für viele Kinder der Weg mit dem Rad nicht bedenkenlos zurückzulegen. Hier ist man auf den politischen Willen von Stadt und Bezirk angewiesen, einen direkten und vor allem einen sicheren Weg zur Schule zu ermöglichen.

Das ERG Donaustadt ist die erste und bisher einzige BIKEline Schule im urbanen Raum. Die Erfahrungen aus dem letzten Schuljahr haben gezeigt, dass die Initiative in Wien gut funktionieren kann. Mit der Theodor Kramer Schule kommt heuer eine zweite Schule hinzu. Um das Schulradeln flächendeckend attraktiv zu gestalten, müssen noch viele Maßnahmen getroffen werden.

1 Kommentar

Kurt Enenkel sagte am 14.04.2015, 14:36:
Na endlich ! In Italien gibt es beispielsweise in Mailand und Rom solche Unternehmungen, einmal war sogar der römische Bürgermeister Ignazio Marino dabei: http://roma.repubblica.it/cronaca/2014/12/19/foto/esquilino_il_sindaco_marino_accompagna_in_bici_i_bimbi_a_scuola-103285164/1/#1, https://www.youtube.com/results?search_query=massa+marmocchi, http://biketoschoolroma.it/,
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