Radfahren mit Posaune auf dem Rücken und Musik im Kopf – Stefan Obmann, 27 Jahre, 1050 Wien

Das kann man ruhig mal herausposaunen: Zu seinen Konzerten und Proben fährt Stefan Obmann stets mit dem Fahrrad. Wieso für ihn das Radl das ideale Fortbewegungsmittel auf seinen Wegen zwischen Konzerthaus, Volksoper und Staatsoper ist, verrät er uns in diesem Radportrait.

Der 27-jähringe Posaunist ist auf Wiens Radwegen kaum zu übersehen, denn er trägt seinen auffälligen Instrumentenkoffer auf dem Rücken. Das Fahrrad bringt ihm im Alltag vor allem Entspannung und einen erheblichen Zeitvorteil gegenüber anderen Verkehrsmitteln in der Stadt. In den Öffis fühlt er sich zu den Stoßzeiten unwohl, da es dann kaum möglich ist, mit dem Instrumentenkoffer halbwegs bequem einzusteigen ohne ständig angerempelt zu werden.

In Wien hat Stefan Obmann schon auf allen großen Bühnen gespielt. Neben seinen Engagements bei der Vienna Brass Connection und dem Ensemble Trombone Attraction, spielt er regelmäßig mit renommierten Ensembles und Orchestern. Zu seinen Arbeitsplätzen zählen unter anderem der Wiener Musikverein, das Konzerthaus, Staats- und Volksoper und das Theater an der Wien.

Das Fahrrad ermöglicht dem Musiker Flexibilität und Mobilität.

„An manchen Tagen muss ich mehrmals quer durch Wien fahren. Morgens von zu Hause zu einer Probe, dann weiter ins Konzerthaus, kurz zur Staatsoper und abends noch schnell in die Volksoper. Ohne Fahrrad wäre das fast unmöglich und nur sehr schwer planbar.“

„Der Vorteil des Fahrrads hat sich unter Wiens Musikern schon herum gesprochen,“ berichtet Stefan Obmann, reisen doch viele seiner Kolleginnen und Kollegen auf zwei Rädern zu den Proben und Konzerten an. Obmann, der ursprünglich aus Kärnten kommt, ist bereits als Kind viel mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Auf die Idee mit dem Radfahren in der Stadt brachte ihn sein ehemaliger Uniprofessor Dietmar Küblböck. Dieser ist selbst stets mit dem Fahrrad unterwegs und macht das Radfahren seinen Studentinnen und Studenten schmackhaft.

Zwischen Probe und Konzert gehts mit dem Rad in den Stadtpark.

Über die Jahre ist Stefan Obmann zum leidenschaftlichen Stadtradler geworden. Nicht nur in Wien, sondern auch auf seinen Konzertreisen. Er liebt es, neue Städte mit dem Fahrrad zu erkunden und so möglichst viel zu sehen und kennen zu lernen. In Wien versucht er außerdem seine Gäste von den Vorteilen des Fahrrades in der Stadt zu überzeugen.

„Ganz in der Nähe meiner Wohnung gibt es eine Citybike Station. Wenn wir Gäste haben und mit ihnen etwas unternehmen möchten, borgen wir uns einfach Räder aus und fahren gemeinsam in die Stadt. Dann gibts keinen Stress mit der Parkplatzsuche, wir brauchen uns an keine Öffi-Fahrpläne zu halten und sind völlig unabhängig.“

 

Da er sehr viel am Rad unterwegs ist, erlebt er auch, dass gelegentlich Fehler im Straßenverkehr passieren. „Als langjähriger Radfahrer habe ich gelernt, die Fehler der anderen zu erwarten und darauf angemessen zu reagieren. Ich wünsche mir, dass alle Verkehrsteilnehmer aufeinander achten und Rücksicht nehmen. Manchmal frage ich mich, ob Stress oder einfach nur Unwissenheit die Gründe für diverse Regelverstöße im Straßenverkehr sind.”

„Im Straßenverkehr ist es ein wenig wie in der Musik. Jeder spielt seine Rolle, muss sich an diese halten und sollte dabei auf die anderen achten!“

An manchen Arbeitstagen samt Konzerten und Proben kann es bei Stefan Obmann schon mal sehr spät in der Nacht werden. Auf die entspannte Heimfahrt mit dem Fahrrad freut er sich dann immer schon besonders.

„Nach einem anstrengenden Tag mit Proben und Konzert ist mein Kopf am Abend dann voller Musik. Danach gleich einzuschlafen kann da schon sehr schwierig werden. Wenn ich mit dem Fahrrad nach Hause fahre, ist das für mich ein willkommener Ausgleich. so bekomme ich den Kopf wieder frei, genieße die frische Luft und den Wind in den Haaren.”

Stefan Obmann ist 27 Jahre alt und wohnt in Wien Margareten. Er spielt als Posaunist in zahlreichen Ensembles und spielt außerdem für einige der bekanntesten Wiener Orchester.

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