Pendeln mit dem Elektro-Fahrrad – Daniel Pernold, 32 Jahre, Wien Aspern

Daniel Pernold lebt am Stadtrand von Wien. Vor einigen Jahren entschied sich der 32-Jährige dazu, seinen Lebensmittelpunkt nach Aspern zu verlagern. Mittlerweile lebt der Softwareentwickler dort mit seiner Freundin in einem kleinen Häuschen und die beiden erwarten bald ihr erstes Kind. Seinen Arbeitsplatz hat Daniel aber dennoch im sechsten Wiener Gemeindebezirk in der Gumpendorfer Straße. Das bedeutet Pendeln. Im Interview erzählt er uns, wieso für ihn dafür inzwischen nur noch das Rad infrage kommt und wie das Fahrrad in sein Berufsleben passt.

„Das Pendeln von Aspern in die Stadt war am Anfang eine ziemliche Herausforderung. Ich habe es ein halbes Jahr mit einem herkömmlichen Fahrrad probiert, aber auf Dauer war das sehr anstrengend. Mit dem Auto ist es auch kaum möglich. Stau und Parkplatzsuche dauern einfach zu lange. So entschied ich mich dafür, ein Elektrofahrrad zu kaufen. Niedrige Beriebskosten, ein schneller Arbeitsweg und hoher Komfort – einfach perfekt!“

Und tatsächlich: Als wir Daniel Pernold in seinem Büro besuchen, strahlt uns auch schon sein Pedelec entgegen. Das Büro selbst wirkt an diesem Tag äußerst hell und sympathisch. Eigentlich so, wie man sich die Räumlichkeiten eines fancy New Yorker Start-Ups vorstellt.

Das Fahrrad als Teil der Büroausstattung gehört hier zum Alltag

Gleich fällt auf, dass im Eingangsbereich des Großraumbüros Fahrräder stehen und ständig Leute mit diesen ein und aus gehen. Die Fahrräder müssen wir leider ins Büro mit raufnehmen, da die Hausverwaltung keine adäquaten Abstellmöglichkeiten im Hof anbietet. Am Anfang habe man die Räder im Hof an die Geländer gekettet, das führte aber zu Stress mit den Nachbarn, so Daniel. Und so dient jetzt das Büro als Abstellplatz. Den Räumlichkeiten verleihen die Räder allerdings einen besonderen Charme, wie wir finden.

„Viele Hausverwaltungen sollten bei den Radabstellanlagen endlich umdenken. Im Gegensatz zu Tiefgaragen und Parkplätzen kosten sie nicht viel und bringen deutlich höheren Komfort für die Menschen im Haus. Außerdem werden die Radständer von der Stadt auch gefördert.

Wir verlassen das Büro und begeben uns in die Mariahilfer Straße. Ein guter Platz um über das Radfahren in der Stadt zu sprechen, wie sich heraus stellt. Gemütlich radeln wir nebeneinander die gut besuchte Straße hinunter und können uns kaum vorstellen, wie es hier „früher einmal war“. Wir entdecken Fahrräder an jeder Ecke und freuen uns darüber, dass diese mittlerweile in Wien zum Stadtbild gehören. Lieferungen mit Lastenrädern, Räder in den Auslagen und viele Menschen, die ihre Räder gemütlich neben sich herschieben.

Daniel Pernold auf der Mariahilfer Straße

Daniel Pernold erzählt in der Zwischenzeit von seinem Arbeitsweg. Der Pendler hat seine Route über die Jahre optimiert und an die jeweilige Tageszeit und Wetterlage angepasst. Das Radfahren habe seinen Blick auf die Stadt über die Jahre schon sehr verändert. Man nimmt die Zusammenhänge einfach viel besser wahr. Seine ersten Jahre in der Stadt hat Daniel in Favoriten verbracht.

„Irgendwann hatte ich von der Parkplatzsuche und dem Stress einfach genug. Ich war jedes mal so froh, wenn ich das Auto Sonntag Abend eingeparkt hatte und einfach aufs Rad umsteigen konnte!“

Mittlerweile ist das Fahrrad Daniel Pernolds täglicher Begleiter durch die Stadt. Er genießt die Flexibilität und hat den Dreh raus, was das Pendeln mit dem Elektrofahrrad betrifft. Er kennt die besten Routen für jede Wetterlage, hat eine kleine Hütte mit Steckdose im Garten gebaut und hat sich alltagstaugliche Fahrradkleidung zugelegt. Außerdem überlegt er schon, wie sich die nächsten Jahre mit Kind und Familie meistern lassen.

„Letztes Jahr waren wir in Amsterdam. Die Stimmung dort war genial. Ganze Familien waren mit dem Rad unterwegs. Alles ganz entspannt. Genau so möchte ich das in Wien auch machen.“

Deshalb plant er jetzt die Anschaffung eines Kinderanhängers für das Fahrrad. Später soll es dann auch mal ein Lastenrad werden. Seine Freundin, ebenfalls eine begeisterte Radfahrerin, ist von der Idee jedenfalls begeistert. Im Sommer sind die beiden auch gemeinsam mit dem Rad unterwegs, machen Ausflüge oder machen sich schick und fahren bei den „Tweed Rides“ in Wien mit. „Gemeinsam macht Radfahren einfach noch mehr Spaß“.

Mittlerweile sind wir am Museumsquartier angekommen. Vor uns rauschen die Autos über die “Zweier Linie” – die Stimmung wird etwas stressiger. Daniel erzählt uns darüber, was ihn beim Radfahren in der Stadt stört. Er beklagt die bestehenden Lücken im Radwegenetz, die teils zu hohen Geschwindigkeiten der Autos und das aggressive Fahrverhalten so mancher.

„Manchmal kommt mir das Radwegenetz noch zu sehr wie ein Fleckerlteppich vor. In den letzten Jahren hat sich zwar vieles getan, trotzdem sollte in den nächsten Jahren noch mehr Infrastruktur geschaffen werden!“

Dennoch, Daniel Pernold könnte sich sein Leben ohne Elektrofahrrad kaum mehr vorstellen. Der ideale Begleiter für seinen Alltag in Wien!

Daniel Pernold ist 32 Jahre alt und Softwareentwickler in Wien. Er pendelt täglich mit dem E-Bike von Aspern in die Gumpendorferstraße und liebt die Radkultur in der Stadt.

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