Die Freiheit des Fahrrads. Gui fährt.

Für den aus Portugal stammenden Architekten Gui da Rosa ist das Fahrrad Fortbewegungsmittel für den Alltag und Sportgerät in einem. Aber erst seit er in Wien lebt.

An seine erste Radfahrt in Kindertagen kann sich Gui da Rosa noch genau erinnern: „Es war das erste Mal, dass ich ein Gefühl der Freiheit erlebt habe. Zuerst fährst du bis zum Nachbarhaus, dann bis in die nächste Straße und dann bis ins nächste Dorf.“ In seiner Heimat Portugal fuhr er trotzdem nur gelegentlich Rad. „Lissabon ist nicht zum Radfahren gemacht – es ist viel zu hügelig und die Straßen sind oft in einem ganz schlechten Zustand und es gibt viel Kopfsteinpflaster“, erzählt Gui. Als er nach Wien kam, änderte sich sein Radfahrverhalten komplett. „Ich bin nach meinem Studium der Architektur für ein sechsmonatiges Praktikum nach Wien gekommen. Aus den sechs Monaten wurden 18 Monate, und mittlerweile sind neun Jahre vergangen und ich bin noch immer hier“, sagt der Portugiese. In Wien kaufte sich Gui gleich zu Beginn ein gebrauchtes Fahrrad um seine Alltagswege zurückzulegen: „Es hat gleich viel gekostet wie eine Jahreskarte für die Öffis, da war für mich klar, in was ich investiere.“ Fortsetzung unter dem Foto

Aus eins mach acht
Aus dem Alltagsradler Gui wurde schnell ein ambitionierter Hobbyradsportler. „Ein paar Freunde waren in ihrer Freizeit immer mit den Rennrädern rund um Wien unterwegs, also habe ich mir auch eines zugelegt und bin mitgefahren.“ erzählt er. Sportbegeistert war Gui schon immer – egal ob Tennis, Judo, Schwimmen, Basketball, Rugby oder Surfen. Und so wurde auch der Radsport zu einer großen Leidenschaft. In den intensivsten Phasen trainierte er mehr als 20 Stunden die Woche auf dem Rad und besaß acht verschiedene Räder für die unterschiedlichen Disziplinen. „Ich habe wohl wirklich geglaubt, dass ich noch Radprofi werde“, lacht Gui. Auch heute noch trainiert er mehr als ein durchschnittlicher Hobbyathlet. Im Winter spult er seine Kilometer auf dem Rollentrainer im eigens eingerichteten Fahrradzimmer ab, im Sommer wieder draußen. „Räder habe ich inzwischen einige verkauft, aber ich habe noch immer mehr als genug. Man kann ohnehin nicht auf zweien gleichzeitig sitzen.“

Architektur, Fotografie und Instagram
Mindestens genauso intensiv wie Gui den Radsport betreibt, widmet er sich auch seinem Beruf. Nach einigen Stationen bei verschiedenen Wiener Architekturbüros ist er nun als selbständiger Architekt und Architekturfotograf tätig. „Kunst hat mich schon immer interessiert und in der Fotografie habe ich eine Ausdrucksform gefunden, die mir entspricht.“ Seine Fotos von Architekturprojekten, aber auch von Landschaften und natürlich schnellen Rädern sprechen auf Instagram viele Menschen an. Mehr als 170.000 folgen ihm dort. „Ich war damals in Österreich einer der ersten Nutzer der App, seitdem ist meine Follower-Zahl stetig gestiegen“, erklärt Gui. Oft macht er sich mit dem Rad auf den Weg, wenn er auf Motivjagd geht. „In Wien findet man sich schnell zurecht, auch die Wege sind nicht allzu weit. Generell ist Wien eine super Stadt, um mit dem Fahrrad erkundet zu werden.“

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