Ein Bub und ein Mädchen fahren mit dem Fahrrad.

Kinder kommen häufiger zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule

Mobilitätsstudie zeigt: In den Jahren zwischen 2010 und 2019 ist die Zahl der so genannten Elterntaxis in Wien um ein Drittel weniger geworden. Das bedeutet, dass immer mehr Schulkinder im Volksschulalter ihren Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen. Während im Zeitraum 2010 bis 2014 noch jedes fünfte Kind mit dem Auto zur Volksschule chauffiert wurde, war es zwischen 2015 und 2019 nur mehr jedes achte. Und diese Entwicklung ist aus mehreren Gründen gut.

Gesund und sicher zur Schule

Je weniger Autos im Schulumfeld unterwegs sind, desto sicherer wird der Schulweg für alle. Selbst wenn nur ein kleiner Teil an Eltern mit dem Auto bis vor das Schultor fährt, verursacht das Halten in zweiter Spur, das Rangieren und wieder Losstarten gefährliche Situationen für alle Kinder, die sich zur selben Zeit vor der Schule aufhalten.

Weniger Elterntaxis bedeuten, dass weniger Kinder morgens passiv im Auto sitzen, anstatt die Zeit für Bewegung zu nützen. Ein Schulweg, bei dem man sich nicht bewegt, ist etwa so ungesund wie ein Schokoriegel zum Frühstück.
Ein aktiver Schulweg hingegen ist vergleichsweise so wertvoll, wie frisches Obst und Gemüse. Der Fonds Gesundes Österreich empfiehlt für Kinder eine Stunde Bewegung täglich, um gesund zu bleiben. Genauso, wie der tägliche Apfel zur gesunden Ernährung gehört, kann also der Schulweg zur empfohlenen Bewegungsration beitragen!

Und zu guter Letzt erlaubt der Schulweg soziale Interaktionen mit Gleichaltrigen, was nach den Lockdowns und der Isolation eine wichtigere Rolle spielen wird.

Grafik die darstellt wie viele Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht werden, verglichen werden die Zeiträume 2010 bis 2014 und 2015 bis 2019. Der Anteil ist von 19 auf 13% gesunken.

„Kinder in Wien sollen mehr zu Fuß gehen.“

Der Schulweg ist der häufigste Weg, den Kinder zurück legen. Für den Mobilitätsreport 2019 wurden Eltern zum Schulweg ihrer Kinder befragt. Der Aussage „Kinder in Wien sollen mehr zu Fuß gehen.“ stimmten 85 Prozent der Befragten zu. Allerdings hängt die Bereitschaft, das Elterntaxi stehen  zu lassen, sehr stark davon ab, für wie sicher Eltern den Schulweg einschätzen.

Ein sicheres und attraktives Schulumfeld ist also ausschlaggebend dafür, ob Kindern ihre tägliche Bewegung am Schulweg vergönnt wird, oder nicht.  Statt „Kiss and Go“ – Zonen direkt vor dem Schultor sind vielmehr autofreie Schulvorplätze, kinderfreundliche Radwege und begrünte Fußwege gefragt. Ergänzend kann der Verkehrs-Druck vor Schulen durch organisatorische Maßnahmen verringert werden – etwa durch Schulstraßen oder zeitlich gestaffelte Schulöffnungs-Zeiten in einem Grätzl.

So erfreulich die Studienergebnisse sind, auf dem Erfolg kann sich niemand ausrasten. Die Sorge vor Ansteckung mit dem Coronavirus könnte Eltern dazu veranlassen, Kinder wieder häufiger mit dem Auto zur Schule zu bringen. Dem muss auf allen Ebenen entgegengewirkt werden. Allem voran mit kinderfreundlichen und verkehrssicheren Straßenräumen, autofreien Schulvorplätzen und Radwegen. Ergänzt durch eine Verkehrsorganisation, die den Verkehrs-Druck von Schulumgebungen nimmt – etwa mithilfe von Schulstraßen und zeitlich gestaffelten Schulöffnungs-Zeiten.

Mobilitätsstudie: Wienerinnen und Wiener sind immer umweltfreundlicher unterwegs

Die Langzeit-Auswertung des Modal Split in Wien wurde im Auftrag der MA18 – Stadtplanung unter dem Titel „Aktive Mobilität in Wien“ durch die Firma Omnitrend durchgeführt. Diese Studie analysiert die Verkehrsmittelwahl der Wienerinnen und Wiener der Jahre 2015 bis 2019 und vergleicht die Werte mit jenen von 2010 bis 2014, welche unter dem Titel „Zu Fuß gehen in Wien“ im Jahr 2015  veröffentlicht wurde.

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