Foto: Stephan Doleschal

Status Quo: Leihräder aus Fernost

Die gelben Leihfahrräder in der Stadt fallen auf. Mittlerweile sind rund 800 Räder von oBike und 200 Räder von ofo im Einsatz. Den Wienerinnen und Wienern stehen also neben den bereits bewährten Wiener Citybikes nun zusätzliche Räder zur Verfügung. Widerrechtlich abgestellte Leihräder werden von den Serviceteams der Anbieter entfernt.Laut Angaben der Betreiberfirmen werden oBikes und ofos bereits genuzt. Ofo ist nach der erste Testphase mit 200 Fahrrädern zufrieden und hat am 27. September die ersten Dreigang-Räder für Wien präsentiert. 500 davon stehen demnächst zum Ausleihen zur Verfügung.

Während oBikes primär in den inneren Bezirken der Stadt verteilt werden, startete ofo mit der Verteilung der Räder im 2. Bezirk. „Wir möchten den Bewohnerinnen und Bewohnern ein ebenso bequemes und umweltfreundliches Transportmittel anbieten, wie es in den innerstädtischen Bezirken bereits ausreichend vorhanden ist“, so Yanqi Zhang von ofo im Gespräch mit der APA.

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Die Vor- und Nachteile der stationslosen Systeme

Bei den Leihrädern von ofo und oBike handelt es sich um stationslose Systeme, es gibt also keine fixen Entlehnplätze. Die Leihfahrräder können einfach frei abgestellt werden, mit dem Rahmenschloss am hinteren Rad in sich versperrt. Das Ausleihen und Zurückgeben funktioniert über Smartphone Apps. Die Nutzung des Fahrrads wird damit sehr einfach und unkompliziert.

Aber natürlich drängt sich die berechtigte Frage auf: Wo sollen die hunderten zusätzlichen Fahrräder abgestellt werden? Da die Leihfahrräder in sich versperrt sind, ist ein Anketten an Fahrradständern nicht nötig. Sind Fahrradständer also schon vollständig belegt, können die Fahrräder auch auf breiten Gehsteigen oder in der Parkspur abgestellt werden. Der Stadt ist es ein Anliegen, dass die Fahrräder in der Parkspur positioniert werden, was die logische Folgerung aus der Strategie der Stadt nach mehr umweltverträglichem Verkehr ist.

Wichtig dabei ist, dass das Fahrrad gesetzeskonform abgestellt wird und andere Verkehrsteilnehmende nicht behindert. Die wichtigsten Regeln zum Fahrrad abstellen haben wir hier zusammengefasst: Abstellen des Fahrrads

Ofo hat gemeinsam mit der Radlobby Wien eine Parkhilfe mit Richtlinien und Hinweisen zum korrekten Parken von Leihrädern entwickelt. Diese werden im Oktober an allen Rädern angebracht und sollen das widerrechtliche Abstellen verhindern.

Die Stadt Wien wird in den kommenden Wochen prüfen, ob und welche neue Regeln benötigt werden, um ein geordnetes Abstellen zu ermöglichen.

Infos und Kontakte

Sowohl ofo als auch oBike haben Serviceteams in der Stadt. Auf Probleme mit wiederrechtlich abgestellten Leihrädern wird rasch reagiert. Hier finden Sie die Kontaktinformationen zu den Leihradanbietern in Wien: Infos und Kontakte zu Leihradsystemen in Wien

 

12 Kommentare

Marianne Geets sagte am 05.10.2017, 10:23:
Diese Leihfahrräder okkupieren an den Hotspots (Schönbrunn, Mariahilferstr.) die Radständer - vor allem dort, wo schon jetzt Platzmangel herrscht. Es besteht Handlungsbedarf.
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Mel sagte am 20.10.2017, 15:37:
Dieses Problem habe ich leider auch schon bemerkt. Es ist zwar schön, wenn es mehr Fahrräder gibt, um vielleicht die eine oder andere Person dazu zu bringen, auch mal mit dem Rad zu fahren, aber nicht auf Kosten der Radständer. Wenn diese von den Rädern von ofo oder oBike verwendet werden, sollten beide Unternehmen der Stadt Geld für zusätzliche Radständer zahlen. Es ist ja nicht so, dass mal eben schnell ein Radständer aufgestellt wird, die Genehmigung ist ja leider nicht immer einfach. Die im Eintrag vorgestellte Idee, das Rad einfach wie ein parkendes Auto auf die Straße zu stellen, finde ich persönlich nicht wirklich sinnvoll. Zum einen glaube ich kaum, dass dieses Wissen irgendwer hat, weder die dann "wütenden" Autofahrer/innen, die wohl das Gefühl haben werden (egal ob berechtigt oder nicht), ihnen wurde ein Parkplatz weggenommen, noch die Radfahrer/innen selbst und hinzu kommt, dass man bei diesen Leihradsystemen haftbar ist und wenn es zwar ordnungsgemäß auf der Straße parkt und ein Autofahrer aus Zorn oder Parkplatzmangel dieses Rad woanders hinstellt (kurze Strecken tragen geht damit ja), dann bin ich als die Person, die sich das Rad zuletzt ausgeborgt hat dran, falls es dadurch nicht mehr gesetzeskonform abgestellt ist. Daher verstehe wenn die Leihradnutzer/innen eher auf die wenigen Radständer ausweichen und es dort anketten, da sie wissen, dass ihnen dort auch sicher nichts passieren kann. Also vielleicht wäre es aufgrund der besseren Verständlichkeit und Akzeptanz doch leichter, mehr Radständer auf der Straße aufstellen zu lassen.
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Walter Böhme sagte am 11.10.2017, 08:56:
Ich wollte gestern ofo ausprobieren, app und anmelden ist einfach, das erste Rad habe ich nicht gefunden, das zweite Rad war nicht fahrfähig, vorderer Kotflügel verbogen, Riesenachter im Vorderrad, rechter Bremshebel gebrochen, nach 10 Metern abgestellt und Schadensmeldung abgesetzt, ein drittes Fahrrad war viel zu weit weg. In Summe eine Stunde vergeudet. Dann umgestiegen auf obike app einfach, aber für die Kaution hatte ich dann keine Nerven mehr.
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Peter Krüger sagte am 15.10.2017, 12:15:
Warum verlangt Wien kein Entgelt für so eine kommerzielle Nutzung des öffentlichen Raums?
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Anna Teresa sagte am 23.10.2017, 23:52:
Weil es im Sinne einer umweltfreundlicheren Mobilität stattfindet, ein Sharing-Modell für BürgerInnen ist und wie schon oben erwähnt auch diejenigen zum Radfahren bewegt, die es ohne dieses Angebot nicht machen würden. Natürlich hat auch der Anbieter einen ökonomischen Nutzen, ich denke jedoch dass der Benefit für die Stadtverwaltung und die BürgerInnen größer ist.
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Richard sagte am 09.11.2017, 13:44:
Welcher Benefit? Leihräder gibt es schon. Mit dafür vorgesehenen Stationen. Die Räder kommen von einem chinesischen Anbieter der rein gar nichts für unsere Infrastruktur beigetragen hat, diese unentgeltlich nutzt und damit sicher auch noch steuerfrei Geld verdient. Derartiges könnte auch die Stadt Wien leisten und der gesamte Gewinn bliebe in unserem Ökosystem. Zudem wäre es leichter falsch abgestellte Fahrräder zu entfernen und sich nicht auf den "Chinesen" zu verlassen. Komplettes Versagen der Stadtregierung. Derartige Anbieter dürften nicht zugelassen werden. Im 2. Bezirk stehen die überall und behindern tw. massiv.
Hannelore Baar sagte am 09.11.2017, 08:30:
Die gelben Räder stehen und liegen überall herum. Haben wir die überhaupt gebraucht ? Was bezahlen die Firmen Ofo usw. dafür, daß die Räder wo auch immer herum liegen ?? Wer hat das bewilligt ? Es ist eine Belästigung sondergleichen.
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r.maurer-brantl sagte am 09.11.2017, 20:11:
Als ich heute(9.11 um 19:30) quer vor meiner Kleingarteneingangstüre ein ofo Rad entdeckte, habe ich es zum nächsten Radständer in der Lindenbauergasse geschoben. Leider musste ich auch gestern beobachten wie zwei Schüler an zwei versperrten gelben Rädern hantierten und diese mitten am Gehsteig(Kaiserebersdorferstrasse) unter der Kirche plazierten. Sie rannten natürlich sofort weg. Schade um die gute Idee!!!!
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Kathrin Ivancsits sagte am 10.11.2017, 08:31:
Danke für die Nachricht. ofo und oBike haben Serviceteams in Wien und auch Hotlines an die man Probleme melden kann. Alle Infos dazu hier: https://www.fahrradwien.at/tipps-und-regeln/leihraeder/
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Anna, eine leidenschaftliche Radfahrerinn sagte am 14.11.2017, 12:04:
Welche Personengruppe darf diese Fahrräder eigentlich unentgeltlich benützen? Alle die ich bis jetzt damit fahrend sah, machten keinen seriösen Eindruck, nebstbei stellte ich mir die Frage, wie diese es sich Leisten können. Leider liegen bei uns in Transdanubien auch schon sehr viele herum, vereinzelt sieht man welche stehen, jedoch mitten am Gehsteig, direkt vor Eingangstüren. Wenn man heute in Wien sein Fahrzeug parkt und nur eine Kleinigkeit über den weißen Rand hinausragt, bekommt man sofort eine saftige Strafe, weil anscheinend ein Kinderwagen nicht mehr vorbeikommt. Somit wäre es gerecht, ebenso den Fahrradverleihbetreiber für falsch geparkte und zuwider abgestellte Bikes abzustrafen. Mein Vorschlag: Die Parksherifs könnten diese Arbeit gleich mitübernehmen, wäre für die sicher ein lukratives Einkommen .
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Doris sagte am 05.01.2018, 09:23:
Es wundert mich, dass die Stadt Wien das Konzept unterstützt, überall liegen diese Räder rum und verschandeln die Stadt. Das kann ja nicht der Plan gewesen sein...
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Kathrin Ivancsits sagte am 08.01.2018, 08:21:
Die Stadt Wien ist mit den Leihrad-Betreibern in Kontakt. Es werden derzeit verbindliche Richtlinien für die Leihradanbieter ausgearbeitet, um Problemen entgegenzuwirken.
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