Reger Radverkehr an einem sonnigen Morgen in Wien.

Mobilität 2020: Wienerinnen und Wiener legen fast jeden 2. Weg mit dem Rad oder zu Fuß zurück.

Radfahren und Zu-Fuß-Gehen erweisen sich als krisenfest: Ihre täglichen Wege haben die Menschen im Pandemiejahr 2020 in Wien zu 46 Prozent mit dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt. Das zeigt die Erhebung der Verkehrsmittelwahl 2020, die von den Wiener Linien veröffentlicht wurde.

Home Office, Fernunterricht, Lockdowns: die Corona-Pandemie hat das Mobilitätsverhalten der Wienerinnen und Wiener stark beeinflusst. Gewohnte Wege fielen weg. Auch der Aktionsradius verkürzte sich. Radfahren und Zu-Fuß-Gehen garantierte den Wienerinnen und Wienern ihre Bewegungsfreiheit.

Mehr Wienerinnen und Wiener mit dem Rad unterwegs

Eindeutig gestiegen ist auch der Anteil des Radfahrens. Wie bereits an den Zählstellen erkennbar, hat sich das Fahrrad als krisensicheres Verkehrsmittel entpuppt. Im Jahr 2020 wurden an den automatischen Zählstellen um 12 Prozent mehr Radfahrende gezählt als im Jahr davor.
Der Anteil des Radfahrens am Modal Split ist im Jahr 2020 von sieben auf neun Prozent gestiegen.

Starker Anstieg beim Zu-Fuß-Gehen

Bereits vor der Corona-Krise war das Zu-Fuß-Gehen bei den Wienerinnen und Wienern eine beliebte Art, von A nach B zu kommen. Die Zufriedenheit beim Zu-Fuß-Gehen ist auf hohem Niveau: 82 Prozent der Wienerinnen und Wiener sagen, sie gehen gerne zu Fuß.

Im Jahr 2020 waren die Wienerinnen und Wiener häufiger zu Fuß unterwegs. Weit über ein Drittel ihrer Wege haben die Wienerinnen und Wiener im Vorjahr zu Fuß erledigt. Der Anteil des Zu-Fuß-Gehens lag im Jahr 2020 bei 37 Prozent. Im Jahr 2019 lag dieser bei hohen 28 Prozent.

Wien ist eine Stadt der kurzen Wege. Erledigungen im Alltag, wie das Einkaufen, passieren häufig zu Fuß. In der Krise waren die Wienerinnen und Wiener verstärkt in ihrer Wohnumgebung unterwegs, womit sich der hohe Anteil an Fußwegen begründen lässt. Spazierengehen war im Coronajahr die Freizeitbeschäftigung schlechthin. Die Wienerinnen und Wiener entdeckten ihre Stadt im Jahr 2020 mehr denn je zu Fuß.

Wie auch im Jahr 2019 betrug der Anteil der PKW-Nutzung bei 27 Prozent. Öffifahrten sind stark gesunken. Waren es im Jahr 2019 38 Prozent, so lag der Anteil im Jahr 2020 bei 27 Prozent.

Die Stadt Wien arbeitet weiter daran, das Radfahren und Zu-Fuß-Gehen zu fördern. Einerseits dient dies dem Klimaschutz. Anderseits kommt durch das Radfahren und Zu-Fuß-Gehen Bewegung in unseren Alltag. Insbesondere die Krise hat viele von uns spüren lassen, dass Bewegung der Psyche und dem Körper gut tut. Da können eine Radfahrt oder ein Fußweg Wunder wirken.

2 Kommentare

Ernstl sagte am 27.02.2021, 10:17:
Es gehörten noch viel mehr Radwege dann fahren noch mehr mit dem Rad. Das freut mich wenn immer mehr mit dem Rad fahren.
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Joachim Kaluza sagte am 27.02.2021, 15:22:
Mobilitätsreport 2019, Wien ist eine Fußgängerstadt: Woher das kommt, ist mir schleierhaft. Die Ampelschaltungen für Fußgänger sind so kurz wie nirgendwo. An einer mehrspurigen Straße kommt man bei Grün nur bis zur Mitte und darf dann wieder warten. Die Ampelphasen für Autos sind wesentlich länger. Schutzwege (in vulgo Zebrastreifen) werden von der MA 46 nur ungern errichtet, weil man das Queren von Straßen nicht "attraktivieren" möchte (schriftliches Statement der MA 46). Wien ist leider immer noch eine Autofahrerstadt.
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